Mathe-Muffel hausgemacht! Eltern sind gefordert!

Dass Mädchen für Mathematik in der Schule oft weniger übrig haben als die Jungen, ist nicht nur eine subjektive Wahrnehmung. Gerade in Deutschland sind die Mädchen häufig Mathe-Muffel. Diese Tatsache hat laut des Bildungsberichtes der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) deutliche Auswirkungen auf die Karrierechancen der Mädchen.


So gibt es bei der Einstellung den naturwissenschaftlich-technischen Berufen gegenüber große Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Dies ist ein Problem, da es gerade diese Berufe sind, die später die höchstbezahlten Jobs bieten.
Wie der OECD Bildungsbericht vom 05.03.2015 besagt, sind die Unterschiede aber nicht geschlechtsspezifisch angeboren, sondern resultieren aus einer in der Jugend erworbenen Haltung. Insbesondere die Eltern sind offensichtlich verantwortlich dafür, das Interesse für Mathematik und naturwissenschaftliche Fächer bei ihren Kindern zu prägen. Ob bewusste Entscheidungen oder unbewusste Haltung: Eltern können zum Interesse oder Desinteresse der Mädchen an den entsprechenden Themen beitragen! Zum Beispiel können sich nur 14% der Eltern vorstellen, dass ihre Töchter in einem naturwissenschaftlich-technisch Beruf Karriere machen. Dagegen sind es bei den Jungen 39%.


Die Beeinflussung, dass Mädchen sich eher im künstlerisch-sprachlichen Bereich, statt in den Naturwissenschaften zu Hause  fühlen, ist eindeutig national geprägt: In Ungarn, Portugal und Chile werden die Kinder in ihrer Neigung zu naturwissenschaftlich-technischen Fächern noch stärker als in Deutschland beeinflusst (Mädchen 20%, Jungen 50%). In Korea dagegen trauen die Eltern ihren Söhnen und Töchtern gleichermaßen zu, einen technischen oder naturwissenschaftlichen Beruf zu ergreifen.


Somit sind viele Ansichten was die Eignung von Jungen und Mädchen für bestimmte Fächer angeht hausgemacht. Eine Ermutigung der Eltern könnte dafür sorgen, dass sich Mädchen mehr zutrauen und ihre Talente für Fächer wie Mathematik nicht unterschätzen, sondern nutzen.

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ADHS auf dem Vormarsch

In einem Ihrer Artikel berichtete die Berliner Morgenpost kürzlich, dass sich die Anzahl der ADHS-Diagnosen in den letzten 7 Jahren verdoppelt hat. Dabei beruft sie sich auf eine Studie der AOK unter den etwa 3,5 Millionen Kindern bzw. Jugendlichen im Alter von 3 bis siebzehn Jahren, die AOK versichert sind. Hiernach lautete 2006 für 2,3% der Kinder die Diagnose ADHS, während es 2012 schon 4,6% waren. Dabei sind Verdachtsdiagnosen noch nicht einmal mitgerechnet. Bei Jungen tritt diese Entwicklungsstörung in etwa doppelt so häufig auf, wie bei Mädchen.

Gerade jetzt, einige Wochen nach der Einschulung, machen sich bei manchen Kindern die ersten Schwierigkeiten bemerkbar. Wenn die Lehrer die Eltern dann zum Gespräch einladen, und es um die geringe Konzentrationsfähigkeit und deutlich größere Sprunghaftigkeit der Sprösslinge geht, ist schnell ein Verdacht auf ADHS ausgesprochen.

Der Autor der Studie, Helmut Schröder, relativierte aber in der Berliner Morgenpost das Studienergebnis damit, dass häufig der altersgerechte Spieltrieb gerade der noch jüngeren Schüler eines Jahrgangs von Schulanfängern als ADHS fehldiagnostiziert werden könne. Er fordert, dass Eltern, Lehrer und Ärzte zusammen gründliche Ursachenforschung betreiben sollten, um mögliche Fehldiagnosen zu vermeiden.

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