Tipps und Hinweise für Eltern zum Thema Bildungsempfehlung

 

 

Liebe Eltern,

im Januar ist es soweit und Ihr Kind erhält mit dem Halbjahreszeugnis die Bildungsempfehlung von der Grundschule.  In Rheinland-Pfalz sind diese Empfehlungen der Klassenlehrer/-innen wie es der Name aussagt als Empfehlungen zu verstehen. Denn die Entscheidung, ob Ihr Kind ans Gymnasium oder eine Realschule bzw. Realschule Plus oder eine andere Schulform wechselt, liegt bei Ihnen -  den erziehungsberechtigten Eltern.

 

Mit den nachfolgenden Erläuterungen möchte ich Ihnen Tipps und Hinweise zu diesem Thema geben, Fragen beantworten, die mir in vielen Gesprächen  mit betroffenen Eltern häufig gestellt wurden.

Es würde mich sehr freuen, wenn ich Ihnen so ein Stück weiterhelfen kann, auf dem Weg der Entscheidungsfindung, an welcher Schule Sie Ihr Kind beruhigt anmelden können.

 

Die Anmeldefristen:

An den staatlichen Schulen ist es in unserer Region üblich, dass nach Ausgabe der Halbjahreszeugnisse Ende Januar diese Anmeldfrist für 1- 2 Wochen läuft.

Bitte beachten Sie, dass für die Privatschulen die Anmeldung meist deutlich früher erfolgen muss, oft nach den Infoveranstaltungen im Herbst. Hier bewerben Sie sich um die Aufnahme und reichen das Halbjahreszeugnis Ihres Kindes und die gelbe Anmeldebescheinigung nachträglich ein.

 

Gymnasium für mein Kind?

Wenn die Grundschule Ihrem Kind eine Empfehlung für das Gymnasium ausstellt, dann sollten Sie Ihr Kind auch an einem Gymnasium anmelden. Denn erfahrungsgemäß überlegen sich die Grundschullehrer sehr genau, ob Sie einem Kind den Übergang ans Gymnasium zutrauen und tendieren im Zweifelsfall zu einer anderen Empfehlung.

Wenn Ihr Kind eine Realschulempfehlung bzw. Gesamtschulempfehlung erhält, Sie jedoch Ihr Kind dennoch an einem Gymnasium anmelden möchten, steht Ihnen diese Möglichkeit offen.            

Jedoch ist es sinnvoll mit der Lehrkraft Ihres Kindes darüber zu sprechen, um zu erfahren, welche Bedenken sie hat und warum sie Ihrem Kind den Übergang an ein Gymnasium nicht zutraut.

 

Auch ohne eine Gymnasialempfehlung können Sie Ihr Kind an einem Gymnasium anmelden. Das Gymnasium, was für Ihr Einzugsgebiet vorgesehen ist, muss Ihr Kind annehmen, wenn Sie die Anmeldefrist eingehalten haben. 

 

An den privaten Gymnasium wird es ohne Gymnasialempfehlung schwieriger,  dass das  Kind angenommen wird. Doch letztlich entscheidet jede Privatschule selbst, nach welchen Kriterien Schüler angenommen werden.

 

Wechsel ans Gymnasium ohne Gymnasialempfehlung:

Wenn Ihr Kind keine Gymnasialempfehlung erhalten hat und trotzdem an ein Gymnasium wechseln soll, ist es sinnvoll, Ihr Kind auf den Start am Gymnasium vorzubereiten.

Man kann einem Kind die frustrierenden Erlebnisse schlechter Noten ersparen, wenn man rechtzeitig beispielsweise mit einer individuellen Nachhilfe den Schulwechsel vorbereitet und den Lernstoff der Grundschule aufarbeitet. Wir haben mit unserer AHA! Nachhilfe schon eine ganze Reihe von Grundschülern so  zu einem erfolgreichen Schulwechsel  ans Gymnasium verhelfen können. Rufen Sie an unter der 0651 / 170 96 20 und informieren Sie sich nach den Möglichkeiten unserer AHA! Nachhilfe. 

Doch wenn Ihr Kind an der Grundschule oft mit den Hausaufgaben überfordert ist, in beiden Hauptfächern - Deutsch und Mathe - Probleme hat, dann  sollten Sie sich nach geeigneten Alternativen zum Gymnasium erkundigen.

An der Nelson-Mandela-Realschule Plus oder auch an der privaten St. Maximin Realschule Plus könnte  Ihr Kind einen einfacheren Start haben und ein späterer Schulwechsel  an ein Gymnasium  oder eine Fachoberschule bleibt Ihrem Kind offen.

 

Alternative: Gemeinsame Orientierungsstufe

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Kind an ein Gymnasium oder an eine Realschule Plus gehen sollte, dann stellen das Stefan-Andres-Gymnasium und die Stefan-Andres-Realschule Plus in Schweich ggf. für Sie eine gute Alternative dar. Denn dort gibt es eine schulartübergreifende gemeinsame Orientierungsstufe für Gymnasium und Realschule Plus. Erst Ende der Klasse 6 wird entschieden, ob ein Kind ab der 7. Klasse das Stefan-Andres-Gymnasium oder die Stefan-Andres-Realschule Plus besucht.

 

 

Schritt für Schritt zur Entscheidungsfindung

 

In unserer Region gibt es staatliche und private Gymnasien, private Realschulen, staatliche und private Realschulen Plus, Gesamtschulen sowie eine Waldorfschule und spezielle Förderschulen.

Für eine strukturierte Vorgehensweise bei der Auswahl macht es Sinn, erst einmal die für das eigene Wohngebiet von Seiten der Stadt vorgesehenen weiterführenden Schulen bzw. das Gymnasium zu erfragen. Dazu können Ihnen die Grundschullehrer oder auch die ADD Auskunft geben.

Die Schulen in unserer Region haben mittlerweile alle eigene Webseiten, daher macht es Sinn, sich dort in aller Ruhe über die in Frage kommenden Schulen zu informieren und zu vergleichen. Lesen Sie mehr über die Profile und Historie der jeweiligen Schule und informieren Sie sich über Schulangebote und Veranstaltungen. Oft sind Berichte über erfolgreiche Platzierungen bei Wettbewerben oder auch über Schulaufführungen und –feste für Webseitenbesucher veröffentlicht.

 

 

Auswahlkriterien für passende Schulen für Ihr Kind:

Jedes Kind hat Talente, Interessen und Stärken. Sie kennen Ihr Kind am besten, daher überlegen Sie, wo werden die Talente und Interessen Ihres Kindes am besten gefördert?  

 

 Nachfolgend dazu einige Anregungen und Tipps:

 

Ist Ihr Kind besonders sportlich und begeistert im Sportverein aktiv?

Dann haben beispielsweise das Max-Planck-Gymnasium (MPG) und das Stefan-Andres-Gymnasium in der Unterstufe eigene Sportklassen. Um in eine solche Klasse aufgenommen zu werden, müssen die Kinder im Vorwege eine Aufnahmeprüfung in Sport bestehen, daher erkundigen Sie sich nach den Terminen.

Wenn es um Sport und Bewegung geht, ist vielleicht das Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG) für Ihr Kind die richtige Schule. Hier wurde bereits im vergangenen Jahr für alle Schüler im Lehrplan pro Woche 1 zusätzliche Unterrichtseinheit Sport aufgenommen und die Schule bietet in Kooperation mit dem FSV Sportverein viele Sport AGs an. Schauen Sie einmal dort auf die Webseite, was die Schüler und Lehrer sportlich alles auf die Beine stellen.

 

Ist Ihr Kind musikalisch, spielt es bereits ein Instrument oder möchte es das gerne lernen?

Dann bieten das Stefan-Andres-Gymnasium und  das Max-Planck-Gymnasium (MPG) jeweils eine eigene Bläserklasse an, das Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG) hat eine Musikklasse. Das FSG mit seiner Bigband und das Humboldt-Gymnasium (HGT) mit seinem Schulorchester, der Schulband und dem Chor bieten viele Angebote für musikalische Schüler und Schülerinnen.

 

Ist Ihr Kind an Fremdsprachen interessiert, vermuten Sie eine sprachliche Begabung?

Dann wäre sicherlich das Auguste-Viktoria-Gymnasium (AVG), mit seinem bilingualen Unterricht, den vielen Angeboten in den Fremdsprachen und den Schüleraustauschprorammen eine gute Wahl. Doch auch das Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG) und das Humboldt-Gymnasium (HGT) verfügen über ein breites Sprachangebot.

An diesen Gymnasien können die Schüler wählen, ob sie Englisch oder Französisch ab Klasse 5 als erste Fremdsprache lernen möchten. Als weitere Fremdsprachen sind regelmäßig Latein, Italienisch und/ oder Spanisch im Angebot. Am FSG gibt es neben den Austauschprogrammen nach Frankreich, auch Austauschprogramme nach England, Spanien und eine Kursfahrt nach Rom.

 

Ihr Kind ist technisch interessiert und glänzt mit einer schnellen Auffassungsgabe in Mathematik?

Viele Gymasien bieten ein mathematisch-naturwissenschaftliches Profil an und gleich 4 Gymnasien in Trier und Umgebung erzielten in den letzten Jahren herausragende Ergebnisse bei regionalen und bundesweiten Wettbewerben bei Jugend forscht und anderen Wettbewerben. Das St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg, das Max-Plank-Gymasium Trier (MPG), das Friedrich-Spee-Gymnasium Trier (FSG) und das Humboldt-Gymnasium Trier (HGT). Lesen Sie mehr zu den prämierten Projekten auf den Websiten der jeweiligen Schulen.

 

 

Ganztagsschule oder Halbtagsunterricht?

Viele Gymnasium und Realschulen unserer Region bieten nun auch Ganztagsklassen an. Bei den Gymnasien ist das Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG)  in der Unter- und Mittelstufe eine vorbildliche Ganztagsschule, die Zeit als eine Stärke betrachtet. Sie finden dort eine durchdachte Ganztagsschulkonzeption, weshalb sich dieses Gymnasium nun wieder zunehmender Beliebtheit erfreut. Die neuen 5.Klässler starteten in 2014 mit 3 Klassen von je ca. 22 Schülern. Das sind Klassengrößen, mit denen an einem Ganztagsgymnasium hervorragende pädagogische Arbeit geleistet werden kann.

 

 

Platzmangel an Trierer Gymnasien.

Dagegen kämpfen viele Schulen in der Stadt mit enormen Platzproblemen:    

Das HGT wusste zu Beginn des Schuljahres 2014/2015 noch nicht, wo es alle Schüler Anfang September unterbringen soll, denn es hatte zu wenige Klassenräume. Für das FWG und das AVG stehen seit einigen Jahren zusätzliche Klassenräume in Containern zur Verfügung,  die etabliert scheinen. Die Platzfrage und die bauliche Situation an den Schulen ist teilweise wenig zufriedenstellend.

Unter diesen Voraussetzungen ist es natürlich schwierig eine gute Wahl für das eigene Kind zu treffen und umso wichtiger sich auch vor Ort zu informieren. Besuchen Sie die für Ihr Kind in Frage kommenden Schulen und sehen Sie sich um. Schauen Sie sich Klassenräume, die Fachräume und die Sporthalle an. Gibt es eine Bibliothek, einen Computerraum, einen Aufenthaltsraum und eine Mensa? Schauen Sie sich die Toilettenanlagen an und gehen Sie über den Schulhof. Am besten nutzen Sie dazu den Tag der offenen Tür und nehmen Ihr Kind gleich mit. Denn Ihr Kind soll sich später an dieser Schule wohlfühlen.

 

 

Zusammenfassend:

 

Wir haben in Trier im Vergleich zu anderen Städten relativ viel Auswahl, um für das eigene Kind eine gut geeignete Schule finden zu können. Es gibt private Gymnasien und private Schulen als Alternativen zu staatlichen Gymnasien, Realschulen Plus und Gesamtschulen. Jede Schule hat besondere Stärken, ein eigenes Profil und letztlich kämpfen alle Schulen mit begrenzten Geldmitteln. Daher muss man natürlich das eigene Anspruchsdenken zurückschrauben, denn:

                                                 Die perfekte Schule gibt es nicht!

 

Doch mit Blick auf die Stärken und Talente des eigenen Kindes, kann man eine Vorauswahl an geeigneten Schulen herausfiltern. Gemeinsam mit dem Kind, sollte man 2 bis maximal 3 in Frage kommende Schule besuchen - beispielsweise an Infotagen oder an Tagen der offenen Tür. Die persönlichen Eindrücke, die man anlässlich solcher Schulbesuche gewinnt, verhelfen zu einer guten Entscheidung.

 

 

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss:

 

Vor allem im ersten Halbjahr der Klasse 4 ist der Leistungsdruck, der auf die Kinder einbricht, enorm. Denn die Bildungsempfehlung soll mit schriftlichen Leistungsnachweisen untermauert sein, weshalb die Viertklässler sehr viele Klassenarbeiten und Tests schreiben.   Hinzukommt, dass sich die Kinder untereinander vergleichen und in einer gewissen Eigendynamik der Wettbewerb um eine Empfehlung fürs Gymnasium entfacht.

Daher ist das Wichtigste beim Thema Bildungsempfehlung, dass Sie als Eltern Ihr Kind auffangen,  besonders wenn die Noten nicht so gut ausfallen. Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie es lieb haben, egal welche Note es nach Hause bringt!  

 

Ein Kind in der 4. Klasse braucht vor allem eins:

                                      coole Eltern, die die Nerven behalten.

 

Ich wüsche Ihnen für die kommenden Wochen ein gesundes Maß an Gelassenheit.

 
Herzliche Grüße Ihre

AHA! Nachhilfe Trier

Birgit Capitain (Institutsleiterin)

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