Halbjahreszeugnis und Pareto-Prinzip

Nach dem Halbjahreszeugnis setzt sich jedes Jahr bei vielen Eltern die Erkenntnis durch, dass ihr Kind nun etwas tun muss, um schulisch voranzukommen. Interessanterweise fällt bei uns in Franken der Termin auch in etwa auf den Beginn der Fastenzeit, wo viele ihre aufgegebenen Silvestervorsätze erneuern wollen. Und jahreszeitlich fängt so langsam der Frühling an und mit der Wärme und dem Licht werden viele von uns automatisch aktiver oder nehmen es sich zumindest vor.

Ein Trost für alle ist hierbei ein klassisches Grundprinzip, nämlich dass ich 80% meiner Ziele in 20% der vorhandenen Zeit erreichen kann. Der Haken dabei ist jedoch, dass die restlichen 20% dann 80% meiner verfügbaren Zeit fressen. Konkret habe ich schon Schülerinnen und Schüler erlebt, die nach 2 oder 3 Nachhilfestunden sich um eine oder zwei Noten in der nächsten Prüfung verbessert haben. Um aber eine ähnliche Note ins Zeugnis zu retten, sind leider weitaus mehr Einheiten nötig. Und auf jedem Weg geht es nicht immer nur bergauf, egal ob man nun eine Sprache lernt, beruflich vorankommen oder ein Laster wie das Rauchen aufgeben will. Kleinere Rückschläge können auch immer wieder heilsam sein und einem vom hohen Ross herunterholen.

Dennoch finde ich das Pareto-Prinzip sehr motivierend, und mit jeder gewonnenen Etappe steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man sein Ziel erreicht - wie übrigens aktuell 93% unserer Nachhilfeschülerinnen und Schüler.

Vorsätze zum neuen Jahr - warum sie oft scheitern

Forscher wissen schon seit Längerem, warum Vorsätze, die an Silvester für das Neue Jahr gefasst werden, oft schon im Moment des Aussprechens bereits zum Scheitern verurteilt sind:

1. Die vorgenommenen Ziele sind viel zu groß.

Wenn ich z. B. seit 20 Jahren Raucher bin, so wird es mir schwer fallen, diese Sucht und alles was damit verbunden ist, auf einen Schlag und dauerhaft aufzugeben. Ähnlich erfolglos könnte man versuchen, seine sexuelle Orientierung über Nacht zu ändern.

2. Aussagen zu Silvester werden vom Umfeld oft gar nicht mehr ernstgenommen.

So bleibt dann auch ein eventueller sanfter sozialer Druck aus dem Umfeld aus. Wählen Sie also für ernste Vorhaben besser andere Termine als den Beginn des neuen Jahres.

3. Regelmäßige kleinere Korrekturen des Verhaltens sind einfacher als nach Jahren etwas komplett ändern zu wollen.

Suchen Sie sich rechtzetig Hilfe, Unterstützung bzw. ein erfüllendes Hobby oder einen Freundeskreis. Viele Dinge passieren selten über Nacht.

4. Akzeptieren Sie Scheitern und Niederlagen als integralen Teil dieser Welt.

Und lernen Sie aber auch aus Niederlagen ohne sich zu grämen. Unsere Welt besteht nun einmal hauptsächlich aus Niederlagen, nichts in der Natur funktioniert auf Anhieb bzw. verschwindet schnell im Vergessen, wenn es nicht klappt.

5. Belohnen Sie sich, indem Sie erfolgreich Erledigtes abhaken.

Damit machen sie Ihren Fortschritt und Erfolg auch direkt sichtbar.

 

Für eine erfolgreiche Nachhilfe gelten ja ganz ähnliche Regeln:

- Suchen Sie rechtzeitig/frühzeitig nach Unterstützung, bevor Probleme sich richtig festsetzen können.

- Erwarten Sie keine Wunder nach nur einer Nachhilfe-Einheit, Lerneffekte brauchen immer eine Kleinigkeit, um sich zu setzen.

- Am einfachsten und erfolgreichsten kann Nachhilfe mit dem individuell passenden Nachhilfedozenten in der vertrauten Lernumgebung sein.

- Die vordringlichsten Ziele eine Nachhilfeinstituts sollten pädagogisch-didaktische sein und keine betriebswirtschaftlichen.