Ist 8 Uhr als Unterrichtsbegin noch zeitgemäß?

In einem Artikel berichtete Spiegel online kürzlich über die Probleme vieler Jugendlicher in der ersten Schulstunde dem Unterricht folgen zu können. Diese, dem „Eulen“-Typ zugeordneten Schüler sind schläfrig und können in diesem Zustand trotz geöffneter Augen kaum etwas aufnehmen. Nach Aussage von Schlafforschern sind mitunter zwei Drittel der Jugendlichen davon betroffen. Für viele ist der frühe Unterrichtsbegin eine tägliche Qual und sie leben in einer Art permanentem Jetlag.

Studien zeigten, dass Kinder besser und ausgeglichener lernen können, wenn die Schule später beginnt. Auch greifen sie dann weniger zu Stimulanzien wie Koffein oder Nikotin.

Zwar ist das Gehirn von Schulkindern sehr aufnahmefähig, aber es braucht auch lange Phasen der Regeneration, um die über den Tag aufgenommenen Informationen zu verarbeiten. Daher sollten Grundschüler nachts zehn bis elf Stunden schlafen, Jugendliche immerhin noch neun. Anderenfalls können Konzentrationsmangel, Unlust, Depressionen oder sogar Wachstumsstörungen die Folge sein.

In Deutschland ist der Schulbegin nicht einheitlich geregelt. Meist startet der Unterricht um 8 Uhr, in Sachsen und Sachsen-Anhalt üblicherweise schon um 7.30 Uhr. In einigen Bundesländern legen die Schulen den Unterrichtsstart selbst fest, einige wenige beginnen erst um 9 Uhr.

Menschen haben einen Biorhythmus, der dafür sorgt, dass sie zum Beispiel Frühaufsteher oder Langschläfer sind. Dieser verändert sich aber auch im Laufe des Lebens. Forscher des Hasbro Kinderkrankenhauses in Providence/Rhode Island (USA) fanden heraus, dass ein Schulstart um 8 Uhr den meisten Schülern in der Pubertät schadet. Schon eine halbe Stunde Schlaf mehr am Morgen sorgte für mehr Motivation und weniger Schwänzen, und die Schüler beschreiben sich weniger häufig als deprimiert. Kleinkinder sind meistens noch ausgesprochene Frühaufsteher. Die Umstellung des Hormonsystems führt allerdings in der Pubertät meistens dazu, dass die Kinder Nachteulen werden, und morgens schlechter aus dem Bett kommen. Etwa ab dem 30. Lebensjahr verschiebt sich dies wieder zurück in die andere Richtung, so dass Eltern oft für den Schlafrhythmus ihrer Kinder im Teenageralter kein Verständnis haben.

Einige Politiker machen sich immer wieder auf Bundesebene für einen späteren Schulbegin stark, aber insbesondere auf Landesebene werden solche Vorstöße oft abgeblockt. Die Lehrer, von denen über die Hälfte 50 Jahre und älter sind, haben selten Probleme mit dem frühen Aufstehen und naturgemäß deswegen wenig Interesse mit dem Schulstart auch das Unterrichtsende nach hinten zu verschieben. Auch für die Schüler würde dies natürlich bedeuten, dass sie eine Stunde später aus der Schule kommen, als es momentan der Fall ist. Nicht jeder mag mit dieser Einschränkung der Zeit am Nachmittag zufrieden sein. Auch gäbe es Auswirkungen auf struktureller Ebene. So müssten die Schulen für einen größeren Anteil der Schüler Mittagessen anbieten. Die Fahrpläne des Nahverkehrs müssten ebenfalls entsprechend angepasst werden.

Da die meisten Schulgesetze auf Länderebene aber vorsehen, dass die Schulen selbst darüber entscheiden können, wann der Unterricht beginnt, liegt es letztlich auch in der Hand der Eltern und der Lehrer auf eine Änderung zu drängen.

 

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Neue Untersuchung zum Turbo-Abi

Ein neuer Aspekt zum Thema verkürztes Abitur wird durch eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der Debatte um G8/G9 hinzugefügt. Die Bildungsökonomen Jan Marcus und Mathias Huebener haben eine Studie durchgeführt, bei der sie auf die Daten des Statistischen Bundesamts zurückgriffen.

Untersucht wurden nicht nur die Doppeljahrgänge sondern alle Abiturjahrgänge von 2002 bis 2013, sowohl in den G8, wie in den G9 Bundesländern. Die G9 Bundesländer konnten so als Kontrollgruppe für Einflüsse dienen, die nichts mit der Verkürzung der Gymnasialzeit um ein Jahr zu tun hatten.

Die Ergebnisse der Untersuchung waren die folgenden: Die Umstellung von G9 auf G8 verursachte in den entsprechenden Bundesländern (naturgemäß) eine Verringerung des durchschnittlichen Abiturientenalters. Die Verringerung betrug aber nicht ein Jahr, beziehungsweise 12 Monate, wie es der Verkürzung der Schulzeit entspräche, sondern nur etwa 10,3 Monate. Dies erklärt sich aus der Tatsache, dass es zu einer Erhöhung der Klassenwiederholungsquote kam, also mehr Schüler eine „Ehrenrunde“ drehten. Dieser Effekt zeigte sich etwas stärker bei den Jungen als bei den Mädchen, war aber bei beiden zu erkennen. Allerdings führten die vermehrten Klassenwiederholungen nicht dazu, dass ein geringerer Anteil der Schüler das Abitur schaffte.

Für Bildungswissenschaftler etwas überraschend war die Tatsache, dass sich die Erhöhung der Klassenwiederholungen hauptsächlich in der Oberstufe (10.-12. Klasse) widerspiegelte, und nicht in der Mittelstufe (7.-9. Klasse), wo das Lernpensum bei der Umstellung auf G8 am stärksten erhöht wurde.

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Lilli, 10 Jahre aus Leipzig

Vielen Dank auch für die gute Zusammenarbeit mit Herrn Weber und Ihrem Institut. Lilli steht jetzt mittlerweile auf einer sehr guten 2 im Fach Mathmatik. Sehr gern empfehle ich Ihr Lerninstitut weiter.

Mit freundlichen Grüße, Claudia F.