Schule in Deutschland und Frankreich: Vergleich und Zukunftsperspektive(n).

Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten wirtschaftlichen, kulturellen und historischen Säulen Europas. Doch kaum unterschiedlicher können Ihre Schulsysteme sein. Die Gestaltung der Schulen, die Organisation und selbstverständlich die Kultur sind anders.

Der heutige Beitrag wird Ihnen vier wichtige alltägliche Aspekte der Schulsysteme in Deutschland und in Frankreich kurz darstellen. Diese Aspekte finde ich persönlich sehr wichtig.

 

  1. Zeitplan und Gestaltung des Stundenplans

Erwähnenswert ist zunächst, dass die Anzahl an Schüler pro Klasse ähnlich ist in Deutschland und in Frankreich. Nun, wie sieht es mit dem Zeitplan aus?

In Deutschland ist der Zeitplan eines Schülers etwas lockerer als der eines französischen Schülers. In Frankreich wird in der Regel von 8:30 h bis 17:00 h gelernt. Unterricht finden jeden Tag statt, auch Samstagvormittag muss man zur Schule für spezielle Stunden (Klausurvorbereitungen). In Deutschland haben die Schüler traditionell nachmittags oftmals frei – allerdings sind Gesamtschulen und weiterführende Schulen immer mehr auch auf den Ganztag ausgelegt. Samstag wird in der Regel nicht gearbeitet.

 

Dieser Unterschied spiegelt sich auch in den Hausaufgaben und der Anzahl an Prüfungen wieder.

 

  1. Hausaufgaben & Anzahl der Fächer & Tests

In Frankreich gibt es kaum einen Unterricht ohne Hausaufgaben. Jeder Lehrer gibt seinen Schüler am Ende der Unterrichtsstunde Hausaufgaben. Derjenige, der seine Hausaufgaben nicht erledigt, dem droht langfristig eine Sanktion, bis zum Nachsitzen.

In Deutschland – meiner Erfahrung nach – sind die Lehrer weniger strikt mit Hausaufgaben: nicht jeder Lehrer gibt nach jeder Stunde Aufgaben für zu Hause mit. Diese Mentalität findet man wieder an der deutschen Universität. Weniger Rahmen, weniger Strafe. Mehr Selbstverantwortung und Autonomie.

Die Anzahl der Prüfungen und Klausuren ist in französischen Schulen deutlich höher. Ab dem sog. „Lycée“ (Klassen zur Vorbereitung des französischen Abiturs) gibt es sogar regelmäßige Klausurtermine (meistens samstags). Eine solche Organisation kenne ich aus Deutschland nicht.

  Doch trotz alle vorhanden Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich, liegen große Ähnlichkeiten vor.

 

  1. Fremdsprachenlernen

Als Sprachdozent bin ich insbesondere interessiert, wie man Fremdsprachen weltweit beibringt.

In diesem Bereich gibt es Ähnlichkeiten bzw. ähnliche Probleme in unseren beiden Ländern. Fremdsprachen werden in Großräumen unterrichtet. Fokussiert wird auf die Grammatik und das Lese-Verstehen. Zeit für eine praktische realistische Anwendung der Sprache gibt es kaum.

Dadurch verlieren viele junge Menschen Interesse an Fremdsprachen. Ein wichtiger Aspekt der europäischen Zusammengehörigkeit geht dadurch verloren.

 

  1. Disziplin & Verhalten in der Klasse

Auch wenn das Verhältnis zu Lehrern in Deutschland etwa lockerer ist, haben hier beide Länder wieder ähnliche Probleme mit der Autorität und der elterlichen Sorgen.

Das Problem erscheint insbesondere bei der Früh-Adoleszenz sowohl in Frankreich als in Deutschland; und erstreckt sich bis zu den ersten Semestern an der Universität.

Schüler und junge Studenten sind oft unmotiviert, wenig aufmerksam und engagiert und zeigen dem Lehrer bzw. Professor wenig Achtsamkeit, indem sie regelmäßig mit einander ins Gespräch kommen oder auf ihren Mobilgeräten Nachrichten lesen.

 

  1. Zusammenfassung und kritischer Blick

Auf dem ersten Blick sieht es auf beiden Seiten der Grenze anders aus. Die Gestaltung der Schulsysteme ist anders. Die Erziehung, die Anzahl an Stunden, Hausaufgaben ist ebenfalls unterschiedlich.

Doch die Konsequenzen sind ähnlich. Viele Jungen mögen die Schule nicht mehr. Respekt und Freundlichkeit lassen oft nach.

Selbst wenn nicht alles negativ und dramatisch ist, ist die heutige Situation der Schule sowohl in Deutschland als in Frankreich nicht günstig.

 

Das Problem ist komplex, kann selbstverständlich nicht in dem heutigen Beitrag in „en détail“ bearbeitet werden. Allerdings könnte man sich als Schüler, Lehrkraft und als Eltern die folgenden Fragen stellen, denn zusammen überlegen hilft immer.

 

  • Ist der Unterricht in großen Gruppen noch effizient und geeignet? Insbesondere für sensible Fächer wie Mathematik, Biologie und Physik-Chemie sowie Fremdsprachen?
  • Wie soll die Schule der nächsten Jahre aussehen, damit alle Schüler wieder Interesse an den Pflichtfächern bekommen?
  • Wie kann man Unterrichtstunden gestalten, sodass jeder Schüler seine Stärken und Schwächen (ohne Demütigung) erkennen kann? Damit er sie akzeptiert und sich für die Zukunft bestens vorbereitet.

Sicher viel Arbeit für alle Beteiligten! Die Perspektive einer fairen, konstruktiven und erlebnisreichen Zukunft der Schüler in unseren Gesellschaften ist möglich, erreichbar und spannend.

Weiterlesen …

Arbeiten in einer asiatischen Privatschule: Vor- und Nachteile

Ich habe die Chance gehabt, mehr als ein Jahr in Asien in Privatschulen Fremdsprachen unterrichten zu dürfen. Dies dank der vorangegangenen intensiven Erfahrung als Lehrer bei AHA! Nachhilfe Bonn. Hiermit möchte ich Ihnen von Vor- und Nachteile solchen Schulen erzählen.

 

1. Was versteht man unter Privatschule?

Was versteht man unter einer asiatischen Privatschule? Es handelt sich meistens um eine unabhängige Struktur, die Kurse in verschiedenen Fächern anbietet. Die Struktur ist nicht öffentlich-rechtlich betreut und gehört nicht dem Staat. Eine Art Nachhilfe.

Das Publikum ist meistens breit, insbesondere wenn es um Fremdsprachen geht, wie Englisch, Deutsch oder Französisch. Man trifft und unterrichtet sowohl Schüler, Teenager als auch Erwachsene.

 

2. Die Erfahrung

Ich habe die einzigartige Gelegenheit gehabt, in Bhutan und in Kasachstan unterrichten zu dürfen. Meine Kollegen und Kolleginen waren nur Einheimische. Alle konnten Englisch. Ich war also der einzige Europäer in der Struktur!

 

3. Die Vorteile

Davon gibt es viele, wie die kulturelle und wirtschaftliche Erfahrung: Wer in einer solchen Schule lebt und arbeitet, erlebt täglich die Arbeitskultur des Landes. Und hat auch ein lokales Gehalt. Eine spannende Erfahrung, denn man lebt wirklich wie alle Kollegen und Kolleginen. So lernt man besser zu schätzen, was uns europäische Länder an Arbeitsbedingungen, Rechte und Gehalt anbieten.

Ein anderer Vorteil sind die Schüler: sie sind top-motiviert, neugierig und wollen lernen! Die Eltern unterstützen den Lehrer. Dies hilft auch, wenn Lern- oder Disziplinarprobleme in der Klasse vorkommen.

 

4. Die Nachteile

Wer in einer solche Schule lebt und arbeitet, erlebt täglich die Probleme, die mit der dortigen Arbeitskultur verbunden sind.

Flexibilität und Geduld sind dann zwingende Voraussetzungen: Man wird oft mit Inkompetenz, Korruption und Engstirnigkeit konfrontiert. Lermethode sind – meines Erachtens nach – deutlich veraltet, einige Kollegen sind von Ihren (niedrigen) Sprachkompetenzen überzeugt und die Finanzen von solchen Schulen sind meistens nebulös.

Aus einer westlichen Perspektive bilden solche Nachteile starke Hindernisse zu einer laufenden effektiven Arbeitsweise mit Schüler, Eltern, Kollegen und Kolleginen.

 

5. Und zum Schluss...eine kurze Zusammenfassung

Wer mit den o.g. Problem umgehen kann und eine konstruktive Arbeitweise anbieten kann, ist in solchen Schulen richtig und wird seine Arbeit und die kulturelle Erfahrung genießen. Und nach Hause tolle Erlebnisse und Erinnerungen mitbringen!

Als Karriereinstieg für einen Sprachlehrer sind solche Arbeitsumfelde sehr herausfordernd, allerdings auch meiner Ansicht nach die besten Stellen, um die richtige Skills zu entwickeln und sich besser kennenzulernen!

Weiterlesen …